StaRUG – Chance und Risiko für Steuerberater und Unternehmer

Alles Wichtige rund um das Gesetz und seine Möglichkeiten

StaRUG ist das Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen. Erlassen am 22. Dezember 2020 und in Kraft getreten am 1. Januar 2021. Die Europäische Restrukturierungs-Richtlinie wurde mit StaRUG in einen Gesetzestext gegossen.

StaRUG regelt, wie der Name des Gesetzes schon sagt, als „Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen-Gesetz“, wie Unternehmen sich im Falle einer Krise finanziell und wirtschaftlich stabilisieren und restrukturieren können, ohne formal eine Insolvenz anmelden zu müssen. Es ist das erklärte Ziel, ein Insolvenzverfahren zu vermeiden, indem man im Unternehmen rechtzeitig ein Sanierungskonzept des Schuldners umsetzt.

Und da man nur umsetzen kann, was auch gut geplant wurde, ist das Herzstück einer solchen Sanierung und Restrukturierung der Restrukturierungsplan, den der Schuldner selbst entwickeln kann, darf oder sogar muss.

Wer ist vom StaRUG betroffen?

Das StaRUG betrifft in erster Linie Geschäftsführer, Finanzvorstände und Steuerberatungen, denn das StaRUG regelt entsprechend der EU-Richtlinie das Thema Risikofrüherkennung. Und es macht die Risikofrüherkennung bzw. die Installation entsprechender Kontrollsysteme sowie ein frühzeitiges Krisenmanagement für die Geschäftsführung zur Pflicht.

Was bedeutet StaRUG für Steuerberater

Für Steuerberater hat das StaRUG die Hinweispflichten noch einmal mächtig verschärft und so die Haftungsproblematik gesteigert. Der § 102 StaRUG postuliert ausdrücklich eine Hinweispflicht für Steuerberater bei der Erstellung von Jahresabschlüssen für ihre Mandanten. Sie müssen bei einer möglichen innerhalb der nächsten 24 Monate drohenden Insolvenz ihre Mandanten darauf hinweisen. Dafür müssen sie die drohende Gefahr auf jeden Fall auch rechtzeitig genug erkennen.

Auch wenn es sich nicht um eine neue Pflicht handelt, so wird diese Regelung doch dazu führen, dass die Insolvenzverwalter in Zukunft noch mehr Berater in Haftung nehmen. Es ist also mehr als sinnvoll, die eigenen Mitarbeiter entsprechend zu schulen und sich entsprechend abzusichern. Dafür arbeitet Cheftresor mit buchungsaktuellen Zahlen und ermöglicht so einen optimalen Kanzlei-Überblick zur Mandatsentwicklung. Ein zusätzliches Frühwarnsystem soll Steuerberater und Unternehmer zukünftig noch mehr Sicherheit geben.

StaRUG als Chance

Das neue Gesetz bietet den Kanzleien die Möglichkeit, Insolvenzvorsorge und integrierte Unternehmensplanung als ergänzende Dienstleistung anzubieten. Durch den steigenden Bedarf an Sanierungsmoderatoren und Restrukturierungsbeauftragten ergeben sich für die steuerberatenden Berufe noch einmal zusätzliche lukrative Tätigkeitsfelder. Die entsprechende Datenbasis haben sie ja ohnehin vorliegen. Es ist Zeit, diesen Datenschatz zu nutzen.