Mitarbeiterführung 2020: Von Mensch zu Mensch

Mitarbeiterbindung durch Aufgabe und Vorbild – auch im Home Office braucht es Kontakt

„Das gute Beispiel ist nicht eine Möglichkeit, andere Menschen zu beeinflussen, es ist die Einzige.“ So lautet ein berühmtes Zitat von Albert Schweitzer. Man hört von vielen Führungskräften häufig die These, dass all ihre Probleme Personalprobleme wären.

Laut Unternehmercoach Josef Schmidt kommt es bei der Führung von Mitarbeitern für Sie als Unternehmer und Arbeitgeber auf die Vermeidung folgender drei Führungsfehler an:

#1 Es wird Zuviel vorausgesetzt.

Wir nehmen uns zu wenig Zeit, unseren Mitarbeitern konkret zu sagen, was wir von ihnen erwarten.

#2 Man versucht, andere durch Vorwürfe zu ändern.

Mit gutem Beispiel vorangehen statt mit Vorwürfen, Vorhaltungen und Kritik. Die notwendige Kritik sollte einhergehen mit Wertschätzung und Anerkennung guter Leistungen.

#3 Mangelnde Kommunikation.

Immer dann, wenn im Bereich der Kommunikation ein Vakuum entsteht, verbreitet sich Gift, Müll und Unrat.

Noch ein paar Gedanken zum Stichwort Home Office in Corona-Zeiten: Während sich zu Beginn des Lockdowns viele Arbeitnehmer (und auch Arbeitgeber) mit der neuen Situation schwer taten und der Umzug an den heimischen Schreib- oder Küchentisch häufig einem Sprung ins kalte Wasser glich – angefangen beim Thema Ablenkung bis hin zu technischen Schwierigkeiten – hat sich das mobile Arbeiten in zahlreichen Unternehmen als „neue Normalität“ etabliert.

Laut einer Studie der Krankenkasse DAK mit mehr als 7000 Beschäftigten vor und während der Pandemie sagte mehr als die Hälfte der Befragten, dass sie zuhause produktiver seien als im Büro. Zwei Drittel erklärten außerdem, Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Das ist demnach besonders relevant für Arbeitnehmer mit Kindern unter zwölf Jahren.

Allerdings vermisst den Angaben zufolge auch fast jeder Zweite die klare Trennung zwischen Job und Privatleben. Zudem sehen drei Viertel der Befragten kritisch, dass sie im Home Office wenig direkten Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen haben. Und hier kommt die Chefetage ins Spiel: Denn Mitarbeiterführung ist auch ein Dienst am Mitarbeiter. Jemanden, der nicht oder nur selten in meinem Unternehmen ist, kann ich jedoch schlecht führen. Stattdessen messen wir jemanden nur an den finalen Arbeitsergebnissen. Damit blenden wir aber einen großen Teil des Gesamtbildes aus. Als Arbeitgeber kann es verlockend sein, sich dem Thema Führung durch maximale Freiheit bei der Arbeitszeitgestaltung und mobilem Arbeiten als neuem Standard zu entziehen. Ganz nach dem Motto: Hauptsache, das Ergebnis stimmt.

Doch viele Menschen können mit so viel Freiheit gar nicht so viel anfangen, wie es auf den ersten Blick scheint. Absolute Freiheit bedeutet für die Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch schnell grenzenlose Überforderung. Die Arbeitszeitgestaltung in einem Unternehmen sollte daher zur Unternehmenskultur und den eigenen Mitarbeitern passen – auch und gerade in Corona-Zeiten. Gehen Sie daher mit Ihren Mitarbeitern ins Gespräch und fragen Sie nach deren Wünschen. Arbeiten Sie gemeinsam heraus, wie viel Freiheit Sie geben möchten und geben können, damit das Miteinander funktioniert und sich alle wohlfühlen. Denn viele Aufgaben lösen wir am besten im Team. Ein Team können wir aber nur im Miteinander sein und werden. Haben Sie daher den Mut, individuelle Konzepte zu suchen und zu finden. Und vor allem: Auch dieser Aspekt sollte im Fluss bleiben und sich entwickeln dürfen.

Quellen:

Ines Scholz: Das müssen Chefs über Controlling wissen. 163 Finanztipps von Arbeitsrecht über Steuern bis hin zum Umgang mit dem Finanzamt
Ines Scholz: Go digital: Neues Denken in der Kanzleiführung. Mit 48 Workhacks den Datenschatz heben

www.dak.de/dak/bundesthemen/sonderanalyse-2295276.html

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